Glauben an Jesus: Der Schlüssel zur Ewigkeit

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3,16)

Wir hören heute von der Liebe Gottes, von dem Glauben an Jesus Christus und vom ewigen Leben. Darüber möchte ich mit Ihnen nachdenken.

Dreimal „Liebe“

Wir kennen die Liebe zu zweit, die Eigenliebe und die zuvorkommende Liebe.

Neulich waren wir im Zimmertheater in Friedenau in einem intimen Theaterraum mit 99 eng bestuhlten Plätzen. Die Köpfe des Publikums waren geradeaus auf das Bühnengeschehen gerichtet. Mit einer Ausnahme: Ein junger Mann mit einer Schüttelfrisur suchte wieder die Nähe des Kopfes seiner Partnerin. Er flüsterte ihr zärtlich ins Ohr, spitzte dabei seine Lippen zu Küsschen. Da hatten sich zwei gefunden! Eine romantische Beziehung, voller Innigkeit und Zuneigung, wo der Himmel voller Geigen hängt. Wie schön, so etwas zu erleben! Nicht selten läuft das auf eine Hochzeit hinaus, manchmal sogar auf eine Goldene Hochzeit.

Bei der Eigenliebe geht es um mich, um meinen Vorteil, um meine Interessen, um mein Wohlbefinden, um das, was mir gut tut, um das, was ich mir gönne. „Man gönnt sich ja sonst nichts.“ Sie ist „Liebe solo“. Für sich selbst zu sorgen, ist ein Urbedürfnis. Jedoch wie weitgehend werden die anderen für mich eingespannt, von mir ausgenutzt, manipuliert? Was für eine entlarvende Beobachtung: „Sie ist meine Freundin, solange sie von allem mehr hat als ich.“ Der Egoismus ist die harte Kante der Eigenliebe.

„Unsere Mutter hat nie an sich gedacht,“ erinnern sich die erwachsenen Söhne im Beerdigungsgespräch. „Sie war immer für andere da. Als wir aus dem Hause waren, kümmerte sie sich um die Nachbarin. Und dann war da noch Onkel Karl im Pflegeheim…“ Hilfsbereit sein tagaus, tagein, uneigennützig und selbstvergessen. Die wichtigste, unentbehrliche Form der Liebe.

Solch eine zuvorkommende Liebe ist es, die Gott, unser himmlischer Vater, ausübt. Obwohl es immer wieder Enttäuschungen und Grund zum Zorn gab, wie die Bibel berichtet, lässt ihm das Schicksal der Menschen keine Ruhe. Nach den Propheten schickte er seinen Sohn. Sein Liebstes. Ein Stück von sich selbst. Vielleicht hoffte er:“Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.“(Mk 12,6)

Das passierte auch – in gewissem Umfang. Allerdings gab es einen harten Kern von Menschen, bei denen Jesus auf Granit biss. Die Entscheider verweigerten ihm die Anerkennung und zogen an ihren Strippen. „Er kam in die Welt, die ihm gehört. Aber die Menschen dort nahmen ihn nicht auf.“(Joh 1,11) So verwandelte sich die frohgemut begonnene Sendung Jesu in einen qualvollen Opfergang.

Dreimal „Glaube“

Umgangssprachlich verstehen wir unter „Glaube“: Schwaches Wissen, mutmaßen, vermuten. Zum Beispiel: Am Bayerischen Platz fährt die U4, Berlins kürzeste U-Bahn-Linie mit bloß fünf Stationen. Vorsicht, wenn Sie jemand fragt: „Wann kommt der nächste Zug?“ Früher stand fest: in zehn Minuten. Heute empfielt sich: „Ich g l a u b e in zehn Minuten.“ Neuerdings dauert es oft 20 Minuten, das ist ganz schön hart. Gute Fußgänger können sich die Bahn sparen. – Ein anderes Beispiel. Bleibt unser Fußballverein „Union Berlin“ in der Bundesliga? Wir hätten das gern. Nach dem Stand der Tabelle wäre hier ein: „Ich glaube, ja,“ angemessen. Es könnte sein, es wäre schön, aber ausgemacht ist es nicht.

In Gesprächen über Religion fallen Sätze wie: „Ich glaube, dass es einen Gott gibt und dass er die Welt erschaffen hat.“ Der Nachbar sagt: „Ich glaube das nicht.“ Dann wieder: „Ich glaube, dass Jesus von der Jungfrau Maria geboren wurde.“ Ein anderer „Ich nicht.“ Altbischof Huber räumt ein, dass man so oder so evangelisch glauben kann. Glauben oder nicht glauben bezieht sich dabei auf ein Thema aus der Religion, einen Glaubensgegenstand. Von einem solchen Thema können wir mehr oder weniger überzeugt sein. Theologisch-wissenschaftliche Untersuchungen sind vom Ansatz ergebnisoffen, oft ausgesprochen distanziert und skeptisch.

Was in unserem heutigen Vers von Jesus gesagt wird, steht auf einem anderen Blatt: „Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen.“ „An jemand glauben“ ist ganz anders als „etwas glauben“. Hier geht es um eine persönlichen Begegnung, um gewonnenes Vertrauen, so das griechische Verb „pisteuein“, das wir an dieser Stelle mit „glauben“ übersetzen. Um ein von Herzen kommendes Ja zu Jesus. Wenn ich spüre, dass seine Sendung auch mir gilt, dass er mich befreit und erlöst. Diese Beziehung ist zuverlässig und stabil. Er steht an meiner Seite, er geht mit mir durch dick und dünn. Auch in Sorgen und Nöten hält er zu mir. Für irdische Zweierbeziehungen gilt: „Bis dass der Tod euch scheide.“ Der Verbundenheit mit Jesus kann der Tod nichts anhaben.

Das ewige Leben

Wir hörten: „Jeder, der an Jesus glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Ganz anders fragte ihn ein junger Mann: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?“

Kurz zu seiner Situation: Er möchte nicht im Totenreich verloren gehen und wendet sich deshalb mit seiner Frage an Jesus. Von ihm wird er auf die Gebote verwiesen, wie: Nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, keine falschen Aussagen machen und so weiter. „Das habe ich seit meiner Jugend befolgt,“ da ist der junge Mann ganz zuversichtlich. Jesus findet ihn sympathisch, kann ihm aber einen weiteren Rat nicht ersparen: „Geh los und verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen.“ Mit dieser Aufforderung hatte er nicht gerechnet. Sie trifft ihn wie ein Hammerschlag. Traurig ging er seiner Wege, denn er war ein Geschäftsmann und verwaltete ein großes Vermögen.

Am Kreuz hat Jesus mich vom Tod befreit

Der reiche Jüngling ist auf sein eigenes Schaffen fixiert. Er möchte das Richtige tun, um ins Reich Gottes zu kommen. Am Ende zählen nur die Taten, davon ist er überzeugt. Stimmen sie, dann ist es geschafft. So schätzt er ab, was er zuwege bringen kann und was nicht.

Jesus dagegen: Der Weg zum ewigen Leben führt nicht über das eigene Schaffen, über das, was wir geleistet haben. Nach dem Motto: Waren wir fleißig, brauchen wir nur zu sterben, um in den Himmel zu kommen. Jesus hat nichts gegen Fleiß und Rechtschaffenheit. Sie lassen sich nur nicht zu einer Treppe ins Paradies auftürmen. In den Himmel schwebt man nicht so einfach wie ein heliumgefüllter Luftballon.

„Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?“ „Denke an den Pfahl in der Wüste,“ hätte Jesus ihm sagen können. „Es ist wie damals bei Mose , als er in der Wüste den Pfahl mit der Schlange aufgerichtet hat…“(Joh 3,14)

Seinerzeit in der Wüste war das Volk Israel eigentlich auf dem Weg ins Glück, aus der ägyptischen Knechtschaft in die Freiheit. Dennoch zog immer wieder Verdruss auf. „Waren wir nicht besser in Ägypten aufgehoben? Diese Wüste ist furchtbar: heiß, endlos und karg. In Ägypten hatten wir wenigstens etwas zu essen.“ Die Vergangenheit wurde verklärt, Gottes Heilsplan in Stücke gerissen. Hierüber zürnte Gott. Eine todbringende Schlangenplage breitete sich aus. Möglicherweise eine Art Sandschuppenottern. Dunkelrote Griftschlangen, die blitzartig vorstießen, jäh emporschnellten und zubissen. Kein Abschütteln, kein Freikommen, kein Entfliehen waren möglich. So wurde hochwirksames Gift injiziert.

In diesem Elend befahl Gott Mose: „Fertige eine Schlange aus Bronze und stecke sie auf ein Feldzeichen. Jeder, der gebissen wurde, soll sie ansehen. Dann wird er am Leben bleiben.“(Num 21,8) Man nahm eine militärische Signalstange, die den Truppen den Sammelplatz zeigte, Länger als der Stab des Äskulap, den wir von den Apotheken kennen, aber wie er von einer Schlange umringelt. Als Gegengift für das todgaweihte Volk. Der gläubige Aufblick zum „Nehutschan“, so nannte man die Schlange aus Bronze, rettete vom Schlangentod.

Jesus sieht darin einen Hinweis auf sein Geschick: „So muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat.“ (Joh 3,14) Er wird an den Pfahl des Kreuzes geschlagen und mit dem aufgerichteten Kreuz erhöht. Sein Kreuz wird das Gegengift gegen Tod und Sterblichkeit sein. Jeder, der an ihn glaubt, wird das ewige Leben haben. „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?“ Gar nichts. Das ewige Leben ist kein Geschäft. Nur gläubig zum Kreuz aufblicken. „Hier hat Jesus mich vom Tod befreit!“

Das Ewige Leben Beginnt mit dem Glauben

Das ewige Leben liegt für den reichen Jüngling in der Zukunft. Nach dem irdischen Leben. Jesus sagt es schon jetzt an. In der Gegenwart in Verbindung mit dem Glauben an ihn: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt.“(Joh 11,25f) Das ewige Leben beginnt mit dem Glauben an Jesus Christus. Wo mir klar wird: „Jesus ist mein Erlöser.“

Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt

In diesem Fall steht fest: „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stribt.“ Das bereitet Kopfzerbrechen. Hier wird etwas ausgedrückt, was man nicht ausdrücken kann. Es ist, als ob zwei ICEs auf demselben Gleis mit voller Geschwindigkeit aufeinander zurasen. Nach unserer Logik kann man nur leben oder sterben. Beides zugleich geht nicht. Was meint dann Jesus?

Eine Hilfe dazu bietet die griechische Sprache. Sie verfügt über zwei Wörter für „Leben“, die wir auch verwenden. In der“ Biologe“, der Wissenschaft von der belebten Natur, und im „Zoo“ und der „Zoologie“, der Tierkunde, stecken griechisch: „Bios“ und „Zoe“ beide bedeuten Leben. Im Neuen Testament werden sie folgendermaßen gebraucht:

Das Bios-Leben hat den Tod vor sich. So verläuft unser irdisches Leben vom Säugling bis zum Greis, wenn es nicht durch Krankheiten oder Unfälle vorzeitig abbricht. Bei der Geburt sind Alterung und Tod bereits einprogrammiert.

Das Zoe-Leben hat den Tod bereits hinter sich gelassen. Das ewige Leben ist die Eingliederung in den Lebenszusammenhang Gottes und hat Anteil an seiner Ewigkeit, die nicht mehr in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinanderfällt. Es ist ein Kontinuum, das sich über den irdischen Tod hinaus erstreckt.

Mit dem Glauben an Jesus Christus sind wir ins ewige Leben eingezogen. Das leibliche Sterben kann uns aus dieser Verbundenheit nicht lösen und das Leben nicht in Frage stellen, das in Jesus seinen Bestand hat. „Wer lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt.“ So können wir leben, d .h. im Besitz des ewigen Lebens sein, auch wenn wir sterben, wenn das irdische Leben verlöscht.

Ich komme zum Schluss

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

Das ist die frohe Botschaft. Eine bessere kenne ich nicht.

Sie macht die Traurigen fröhlich und die Toten lebendig. Wir gehen nicht verloren! Heute nicht, morgen nicht, überhaupt nicht.

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